Rehkitzrettung

 

Tierschutzverein „M.u.Ti.g.“ wirbt für Anschaffung einer Flugdrohne und mehr Zusammenarbeit


Nicht weniger als ein flächendeckendes Netz mit Flugdrohnen zur Rehkitzrettung zu schaffen, hat sich Birgit Schreiner, Vorsitzende des bekannten Tierschutzvereins „M.u.Ti.g.“ („Mensch und Tier grenzenlos“), vorgenommen. Dass das Thema und ihr Engagement ankommen, bewies eine erste Informationsveranstaltung im Umland von Burglengenfeld, die regen Zuspruch erhielt. Rund 30 Landwirte, Jäger, Tierschützer und interessierte Bürger waren der Einladung von „Mensch und Tier grenzenlos“ ins Gasthaus „Kermer“ nach Pilsheim gefolgt.


Der Ort der Veranstaltung war nicht zufällig gewählt: Hauptattraktion war die Präsentation von drei speziell für die Rehkitzrettung ausgestatteten Flugdrohnen mit Infrarot-Kameras der Firma Globe Flight aus Barbing. Die Fluggeräte schwebten nach der Veranstaltung noch lange in der Dämmerung über Pilsheim und den Feldern der Umgebung und demonstrierten ihre Fähigkeiten.

Doch der Reihe nach: Das Problem, dessen Lösung sich Birgit Schreiner verschrieben hat, ist so lange bekannt wie es Mähdrescher gibt. Ricken – so heißen die weiblichen Rehe – legen ihre jungen Rehkitze oft in landwirtschaftlichen Flächen und Getreidefeldern ab, denn die Kitze sind darin kaum zu erkennen. Was für die Tiere wie ein Vorteil wirkt, kostet vielen Kitzen das Leben, nämlich dann, wenn der Landwirt mit Erntegerät kommt und seine Felder mäht. Auch er kann die Rehkitze mit normalen Augen kaum von der Umgebung unterscheiden und überfährt die Tiere, ohne es zu wollen. Junge Rehkitze haben zudem noch einen Duckreflex, das heißt, sie suchen bei Gefahren nicht das Weite, sondern ducken sich an Ort und Stelle auf den Boden in der tragischen Hoffnung, dem Tod im Mähdrescher auf diese Weise zu entkommen.
Dass es hier nicht nur um tragische Einzelfälle handelt, sondern um ein Massenphänomen, das mit dem Einsatz von Flugdrohnen längst gelöst werden könnte, bestätigten die Redner des Abends Barbara Bausch (Vorstandsmitglied der Vereinigung Tier- und Naturschutz Unterer Vogelsberg e.V.), Anne-Marie Prem (Jägerin, Landwirtin, Tierschützerin und aktive Drohnenpilotin) und Josef Dötterl (Jäger, Drohnenpilot und Landwirt).
Josef Dötterl hat schon 800 Rehkitze gerettet.Allein Dötterl gab an, seit Anschaffung seiner Drohne rund 800 Rehkitze aus Feldern gerettet zu haben. Der Referent, selbst auch Landwirt, appellierte an die Landwirte, nicht nur in moderne Erntemaschinen zu investieren, sondern auch in vergleichsweise günstige Infrarotdrohnen zur Rehkitzsuche oder die Angebote der Jäger und Tierschutzvereine zur Rehkitzsuche vor der Ernte zu nutzen. Überhaupt betonten Schreiner, Bausch, Prem und Dötterl unisono, das gesteckte Ziel könne nur durch eine enge Zusammenarbeit von Landwirten, Lohnunternehmern, Jägern, Flugdrohnenpiloten und Tierschützern gelingen.
Berührungsängste mit den anderen Disziplinen kannten die Referenten dabei nicht, im Gegenteil betrachten sie das Projekt auch als große Chance, die Grenzen zwischen Landwirten, Jägern und Tierschützern zu überwinden: Die Landwirtschaft sei grüner geworden, auch der Tierschutz habe dazugelernt und sei erwachsen geworden. Es gebe inzwischen gute Gründe, sich zusammenzutun. Von „Fundamentalismus im Tierschutz“ distanzierte sich insbesondere auch Barbara Bausch deutlich: Sie habe eigens den Jagdschein gemacht, um Brücken zur Jägerschaft zu schlagen. Das Ablegen der Jägerprüfung nannte sie eine „hochinteressante Erfahrung“.
Bausch warb auch für ihr Netzwerk aus Drohnenpiloten, Jägern und Helfern: Unter der Internetadresse www.kitzrettung-hilfe.de können sich Interessierte registrieren und schon jetzt bei Kitzsuchen in einem frei wählbaren Radius um ihren Wohnort mithelfen.
Anne-Marie Prem vom Tierschutzhof OberpfalzReferentin Anne-Marie Prem vom Tierschutzhof Oberpfalz berichtete ausführlich von ihren praktischen Erfahrungen als Drohnenpilotin. Sie praktiziert die vorgestellte Vorgehensweise mit einem Netzwerk aus Drohnenpilot, Jägern und Helfern bereits jetzt sehr erfolgreich.
Landrat Thomas Ebeling (CSU) dankte der Initiatorin Schreiner für ihr Engagement und betonte die Notwendigkeit der Anschaffung einer Flugdrohne für das Städtedreieck Burglengenfeld, Teublitz und Maxhütte-Haidhof und den südlichen Landkreis Schwandorf. Der Landkreis werde sich nicht aus seiner Verantwortung stehlen, betonte der Landrat.
Auch der Geschäftsführer des Kreisverbands Schwandorf des Bayerischen Bauernverbands, Josef Wittmann, begrüßte Schreiners Vorstoß und kündigte an, die während der Veranstaltung gewonnen Erkenntnisse an seine Mitgliedern weiterzugeben.
Danach gehörte die Bühne Thomas Gradl von der Firma Globeflight aus Barbing. Im Gepäck hatte Gradl drei Flugdrohnen seiner Firma. Diese unterschieden sich vor allem in der Flugdauer, in der Auflösung der Infrarot-Kamera – und im Preis. Rund 3.000,00 Euro kostete das günstigste Einsteigermodell, rund 13.000 Euro die leistungsfähigste Drohne.

Bis spät in den Abend fachsimpelte Gradl mit den anwesenden Gästen und demonstrierte im Freien das Können „seiner“ Drohnen.


30. August 2019: Heute durften wir offiziell die Spende für unsere Drohne zur Rehkitzrettung von "DS hilft!" aus Schwandorf (www.dshilft.de) in Höhe von 2.500,00 Euro übernehmen und als Dank einen Blumenstrauß an Frau Paulus überreichen! Vielen herzlichen Dank dafür!

1.000,00 Euro fehlen uns nun noch zum entgültigen Kauf. Über jegliche Unterstützung zu diesem tollen und wichtigen Projekt - welches hoffentlich viele Rehkitz-Leben retten wird - freuen wir uns sehr.

Hier geht es zur Betterplace-Spendenaktion

Wir danken im Namen der Rehkitze


17. September 2019: Voller Erleichterung können wir Euch mitteilen, dass wir das Geld für die Drohne zur Rehkitzrettung zusammen haben!!!

Somit können wir, die Tierhilfe M.u.Ti.g., gemeinsam mit der Kreisjagdgruppe Burglengenfeld e.V. des Bayerischen Jagdverbands ab 2020 eine KOSTENLOSE Rehkitzsuche via einer Drohne mit Wärmebildkamera für alle Landwirte im Landkreis Schwandorf, Städtedreieck, und Biogasanlagen anbieten!!! An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die dieses Tierschutzprojekt unterstützt haben und es dadurch ermöglichen, Rehkitze auf die moderne Art zu retten!!!

‚DS hilft‘ hat uns ja schon einmal 2. 500 Euro für dieses Projekt gespendet und beobachtete weiterhin natürlich unsere Spendenaktion für die restlich fehlenden 1.100 Euro. Kurzerhand haben sie sich mit ihrem Beirat, unserem Landrat Thomas Ebeling und dem Oberbürgermeister Schwandorf, Herrn Feller, besprochen und alle drei waren sich einig, den Rest des fehlenden Betrages zu spenden!!!! Wir konnten es gar nicht glauben, als uns diese wunderbare Nachricht erreichte! Außerdem danken wir den Frau Renate Braller, Ines Gebhard und Gerd Sappa, die sich ebenfalls mit einer Spende beteiligt haben. Wir danken für Euer Vertrauen in unsere Tierschutzarbeit. Das motiviert natürlich sehr und macht uns wirklich sehr stolz!